12. Mai 2016

Einmaliges Adlershofer Pilotprojekt zur Umrüstung von 160 Straßenlaternen mit LED und Sensoren

Vernetzung führt zu 80 % Energieeinsparung

Im Wissenschafts- und Technologiepark Berlin Adlershof werden in den nächsten zwei Monaten insgesamt 160 Außenleuchten mit Leuchtdioden (LED) und digitalen Komponenten („Gateways“) umgerüstet. Das Start-up ICE Gateway GmbH verwandelt dabei gewöhnliche Straßenleuchten in multifunktionale Netzknoten. Die „Gateways“ steuern nicht nur die LED, sondern bieten auch eine Kommunikationsplattform für zahlreiche Anwendungen.

Völlig neue Idee
Allein in Deutschland leuchten Nacht für Nacht neun Millionen Straßenlaternen. Wohlgemerkt: Sie leuchten, mehr auch nicht. Das wird sich in naher Zukunft ändern, denn jede auf LED umgerüstete Leuchte eignet sich auch als Sender, als Empfänger, als Steckdose. Kein Wunder, dass sich zahlreiche Anbieter Gedanken darüber machen, was sich mit elektrischen Straßenlaternen alles machen lässt.

Eine völlig neue Idee kommt aus dem Wissenschafts- und Technologiepark Berlin Adlershof. Dort bauen die Standort-Betreibergesellschaften, WISTA-MANAGEMENT GMBH (WISTA) und Adlershof Facility Management GmbH sowie die 2013 gegründete ICE Gateway GmbH gemeinsam eine vernetzte digitale Infrastruktur auf. Hierfür rüstet die WISTA in den nächsten zwei Monaten insgesamt 160 Außenleuchten mit LED und digitalen Komponenten („Gateways“) um, die eigens dafür von dem jungen Unternehmen entwickelt und gebaut worden sind.

Am äußeren Erscheinungsbild der Leuchten ändert sich nichts. Nach Angaben von ICE- Gateway-Geschäftsführer Ramin L. Mokhtari lassen sich „mit der von uns entwickelten Technologie Straßenlaternen ohne großen Aufwand umrüsten. Dafür haben wir eine ebenso nachhaltige wie disruptive Lösung gefunden, bestehend aus programmierbaren elektronischen Komponenten (‚Gateways‘) einschließlich Software, Netzverbindung und Zentralserver. Die LED selbst brauchen keine Elektronik, da diese in den ‚Gateways‘ enthalten ist. Somit können wir nicht nur auf Komponenten verschiedener Hersteller zurückgreifen, sondern auch die Vorteile einer langen Lebensdauer von Leuchtdioden mit einer jederzeit neu gestaltbaren Lichtleistung kombinieren. Unser System wächst mit zukünftigen Kundenanforderungen mit.“ Mit den umgerüsteten Leuchten sind nachweislich Energieeinsparungen von bis zu 80 % möglich.

Die „Gateways“ steuern nicht nur die Leuchtdioden, sondern bieten auch eine Plattform für eine vielseitig gestaltete Service-Infrastruktur, sei es für Verkehr, Parken, Logistik oder Echtzeitmarketing. „Das Besondere daran ist, dass die eingebauten Prozessoren die Sensordaten direkt vor Ort verarbeiten und damit Echtzeitlösungen ermöglichen“, erläutert Mokhtari, „aus Datenschutzgründen verzichten wir auf den Einsatz teurer Kameras und bieten stattdessen unsere ‚anonyme‘, auf Ultraschall basierende Lösung an.“ Auch bei der Infrastruktur  beschreitet ICE Gateway nach Angaben ihres Geschäftsführers neue Wege: „Unsere Schnittstellen sind offen. Unsere Kunden können mit vielen Partnern kooperieren. Außerdem lassen sich die ‚Gateways‘ sowohl über WLAN mit dem Internet, als auch mit den vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifizierten M2M-Mobilfunk-Netzen verbinden, was die Datensicherheit erhöht“.

Einmaliges Projekt
Cornelia Yzer, Senatorin für Wirtschaft, Technologie und Forschung des Landes Berlin: „Um dem Anspruch, ‚die Smart City Europas‘ zu sein, gerecht zu werden und die wirtschaftlichen Chancen der Digitalisierung voll auszuschöpfen, muss ganz Berlin Anwendungsfeld für intelligente Lösungen werden. WISTA und ICE Gateway haben einen Weg gefunden, mit dem die digitale Infrastruktur schnell, einfach und kostensparend ausgebaut werden kann. Dieses Modell könnte als Pate für die ganze Stadt dienen.“

„Ein Projekt mit dieser Multifunktionalität und in dieser Größenordnung ist bisher weltweit einmalig“, erklärt Simon Hamperl, Energiemanager der WISTA-MANA¬GEMENT GMBH, „es müssen keine neuen Leuchten installiert werden, die Verbindung mit Netzen ist frei wählbar. Das schafft bei den Anliegern Vertrauen. Wir als Auftraggeber können mit ihnen selbst festlegen, welche Daten über die ‚Gateways‘ in den Leuchten gesammelt bzw. welche Informationen von dort aus übertragen werden.“

Im ersten Schritt will die WISTA-MANAGEMENT GMBH Außenleuchten auf privatem Gelände umrüsten. Für eine komplette LED-Lösung werden pro Leuchte rund 400 Euro veranschlagt, Kosten die sich in weniger als fünf Jahren amortisieren. In einem nächsten Schritt ist nach Angaben Simon Hamperls auch ein Um- und Aufrüstungsprojekt im öffentlichen Straßenraum denkbar. „Das System ist ohne weiteres erweiterbar. Es lassen sich Insellösungen realisieren, man kann damit aber auch die Straßenbeleuchtung einer ganzen Stadt umrüsten“, so Hamperl.

Die intelligente Straßenbeleuchtung  ist ein wichtiger Bestandteil der vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten „Energiestrategie Berlin Adlershof 2020“, mit der man den Primärenergiebedarf des Hochtechnologiestandortes um 30 Prozent senken will. „Im Rahmen unseres strategischen Vorhabens, die Energiekosten massiv zu senken, liegt eine Umstellung der Außen- und Innenleuchten auf LED natürlich nahe“, erklärt Dr. Beate Mekiffer, Leiterin Strategische Projekte der WISTA-MANAGEMENT GMBH: „Die Lösung, die uns unser Standortpartner ICE Gateway anbot, hat uns sehr überzeugt.“

Vollständige Meldung der WISTA MANAGEMENT GMBH

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