08. Mai 2017

Smart City - Mensch im Mittelpunkt!

Welchen Mehrwert bringt die Smart City den Bürgerinnen und Bürgern? Inwieweit stehen die Bedarfe der Menschen im Mittelpunkt der zahlreichen Aktivitäten, die Wissenschaft, Verwaltung und Wirtschaft momentan in diesem Bereich umsetzen?

Und wie bringt man die Menschen dazu, die intelligenten Lösungen, die die Wirtschaft z. B. im Bereich der effiziente Energieversorgung und -nutzung anbietet, auch tatsächlich anzuwenden? Mit diesen und weiteren Fragen haben sich am Freitag Partner des Berliner NetzwerkE gemeinsam mit rund 200 Teilnehmer*innen bei der Veranstaltung „Smart City – Mensch im Mittelpunkt der Smart City?!“ auseinandergesetzt. Die Veranstaltung wurde durch das von der Berliner Energieagentur gesteuerte Berliner NetzwerkE im Rahmen der Berliner Energietage 2017 organisiert.

Projekte und Dienstleistungen der Smart City

Zur Einführung gab Prof. Dr. Ina Schieferdecker, Institutsleiterin des Fraunhofer FOKUS, anhand aktueller Projekte rund um die Themen autonomes Fahren, Datensicherheit und Integration von erneuerbaren Energien einen globalen Überblick über die digitalen Entwicklungen, die sich unter dem Sammelbegriff der Smart City einordnen lassen. Frau Prof. Schieferdecker betonte, dass Daten die zentrale Grundlage seien, um Infrastrukturen zu schaffen, die wachsenden Städten gerecht werden.

Britta Havemann von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe zeigte anschließend die Chancen, die die Smart City für das Land Berlin und insbesondere für Unternehmen bietet. Dabei verwies sie insbesondere auf die Gründerszene. Zudem sehe sie die Rolle des Landes darin, geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen, z. B. durch moderne Dateninfrastruktur, durch Zukunftsorte, die als urbane Testfelder genutzt werden können und das stetige Ziel, die Bürger*innen so häufig wie möglich in städtische Prozesse einzubinden.

Annegret-Claudine Agricola, Bereichsleiterin bei der Berliner Energieagentur, zeigte anschließend auf, wie die Smart City mithilfe moderner Energiedienstleistungen gelingen kann: Hierfür müssen u. a. innovative Systemlösungen sukzessive vorangetrieben, das Erfahrungswissen darum weiter ausgebaut, Transaktionsaufwände mithilfe von Standardisierungen minimiert und die Teilhabe und Zusammenarbeit mit städtischen Akteuren ausgebaut werden. Den Quartieren und der Akzeptanz der Akteure komme bei dieser „städtischen Energie-Transformation“ eine Schlüsselfunktion zu.

Mensch im Mittelpunkt!

Im Anschluss an die Vorträge ließ das Berliner NetzwerkE das Publikum sprechen: Per Whatsapp und SMS konnten die Teilnehmer*innen ihre Meinung äußern, was Berlin als Erstes anpacken sollte, um eine smarte City zu werden. Mit reger Beteiligung wurden dabei Forderungen im Bereich des Ausbaus von E-Mobilitätsangeboten, dem Ausbau von Radwegen, der effizienteren Gestaltung der Verwaltung sowie dem Ausbau von WLAN gestellt.

Die Ergebnisse wurden dann in der abschließenden Podiumsdiskussion mit Vertreterinnen der Berliner Bewohner*innen- und Mieterschaft (Dr. Barbara König, Genossenschaftsforum und Wiebke Werner, Berliner Mieterverein) sowie der Berliner Energieinfrastrukturunternehmen (Claudia Rathfux, Stromnetz Berlin und Regina Gnirß, Berliner Wasserbetriebe) aufgegriffen. Sie diskutierten über den anfassbaren Mehrwert, den eine Smart City für die Menschen bieten sollte. Dabei stellte sich heraus, dass für die meisten Menschen – auch in der Smart City der Zukunft – vor allem ein lebenswerter, sicherer und gesunder Wohnraum in der Stadt sowie dessen Bezahlbarkeit im Mittelpunkt steht. Dies stehe aber nicht im Wiederspruch mit den Dienstleistungen und Mehrwerten, die die Smart City den Bürger*innen bereits bietet bzw. in der Zukunft noch stärker bieten wird: Von Applikationen, die die Kunden transparent über den Energieverbrauch oder die Qualität des Flusswassers informieren, über Bildungsaktivitäten zum Umgang mit Wasser und Energiesparwettbewerben in Kiezen, bis hin zu E-Mobilitätsangeboten mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen für Bewohner*innen. Transparenz im Energieverbrauch, zielgruppengerechte Kommunikation und die Einbeziehung der Menschen sind Schlagworte in der intelligenten Stadt der Zukunft, bei der die Menschen im Mittelpunkt stehen.

01_Ina-Schieferdecker_Smart City © Berliner NetzwerkE, Dietmar Gust

Prof. Dr. Ina Schieferdecker, Institutsleiterin des Fraunhofer FOKUS, gab anhand aktueller Projekte einen Überblick über die digitalen Entwicklungen, die sich unter dem Sammelbegriff der Smart City einordnen lassen.

02_Britta-Havemann_Smart City © Berliner NetzwerkE, Dietmar Gust

Britta Havemann von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe zeigte anschließend die Chancen, die die Smart City für das Land Berlin und insbesondere für Unternehmen bietet.

03_Annegret-Claudine_Agricola_Smart City © Berliner NetzwerkE, Dietmar Gust

Annegret-Claudine Agricola, Bereichsleiterin bei der Berliner Energieagentur, zeigte auf, wie die Smart City mithilfe moderner Energiedienstleistungen gelingen kann.

04_Podiumsdiskussion_Smart City © Berliner NetzwerkE, Dietmar Gust

Bei der Podiumsdiskussion diskutierten Frau Dr. Barbara König (Genossenschaftsforum), Wiebke Werner (Berliner Mieterverein), Claudia Rathfux (Stromnetz Berlin) und Regina Gnirß (Berliner Wasserbetriebe, v.l.n.r) über den anfassbaren Mehrwert, den eine Smart City für die Menschen bieten sollte. Moderiert wurde die Veranstaltung von Mechthild Zumbusch (hier im Bild mittig), Projektleiterin des Berliner NetzwerkE bei der Berliner Energieagentur.

Fotos: © Berliner NetzwerkE, Dietmar Gust

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