07. September 2009

Energie für Berlin. Effizient - Erneuerbar - Zukunftsfähig

Wirtschaftssenator Harald Wolf informierte über das Energiepolitische Leitbild und das Berliner NetzwerkE

Unter dem Titel "Energie für Berlin. Effizient-Erneuerbar-Zukunftsfähig" hat Berlins Wirtschaftssenator Harald Wolf den Entwurf für ein Energiepolitisches Leitbild des Senates für die Zeit bis 2020 vorgestellt. Dieses Leitbild, das in Zusammenarbeit mit der Berliner Energieagentur entwickelt wurde, umfasst die Eckpunkte des Energiekonzeptes 2020. Das Energiekonzept 2020 definiert konkrete Handlungsempfehlungen für Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft und wird Ende 2009 fertiggestellt. Ziel ist laut Klimapolitischem Arbeitsprogramm des Senates eine Reduktion der CO2-Emissionen um 40% gegenüber 1990.

Bürgermeister und Senator für Wirtschaft, Technologie und Frauen Harald Wolf:

"Mit dem energiepolitischen Leitbild bekennt sich der Senat zu seiner Verantwortung für einen schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen im Sinne des Klimaschutzes. Eine konsequente Umweltpolitik ist zugleich ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für den Standort Berlin. Die Entwicklung ressourcenschonender Techniken zu Steigerung der Energieeffizienz schafft eine Vielzahl von hochinnovativen und -qualifizierten Arbeitsplätzen und inspiriert gleichzeitig Forschung und Entwicklung. Das Energieleitbild verbindet eine umwelt- und klimagerechte Energieversorgung mit einer modernen Wirtschaftspolitik."

Ein Gesamtkonzept aus Umwelt- und Klimaschutz, wirtschaftlichem Wachstum, Beschäftigung und Energiesicherheit

1. Arbeitsplätze schaffen, Technologiestandort stärken

Klimaschutz- und Umweltpolitik sind ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Investitionen in Energieeffizienz und Erneuerbare Energien schaffen Wachstum und Arbeitplätze, sie stärken Forschung und Entwicklung in Berlin. Die Stadt soll als Industrie-Standort innovativer Energie-Technologien und -Dienstleistungen etabliert werden. Chancen bieten vor allem Solarenergie und Geothermie. Auf diese Weise sollen Tausende hochqualifizierte, moderne Arbeitsplätze entstehen. In Berlin beschäftigten schon heute mehr als 350 Unternehmen der Energiebranche über 29.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

2. Nachhaltige Energie erzeugen

Angesichts weltweit steigender Energienachfrage und -preise wird Energiepolitik zur sozialen Frage. Aus Gründen der Versorgungssicherheit muss sich Berlin unabhängig von fossilen Brennstoffen machen. Perspektive für nachhaltige Energiebereitstellung bieten die Solarenergie, Geothermie und Biogas. Das Leitbild fordert eine deutliche Steigerung erneuerbarer Energien. Die effiziente Energieerzeugung in Heizkraftwerken soll ausgebaut werden. Der Anteil der durch Kraft-Wärme-Kopplung erzeugten Energie am Stromverbrauch soll von derzeit 42% auf einen Anteil von 60% steigen. Ziel ist, die CO2-Emissionen aus der Energieerzeugung bis 2020 um bis zu 10 Prozent im Vergleich zu 2005 zu senken. Der Anteil erneuerbarer Energien könnte u.a. mittels CO2-Gutschriften in Höhe von 0,5 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr durch den Ersatz fossiler Energieträgern durch Biomasse gesteigert werden.

3. Energiebedarf senken

Bei der Energieeinsparung und Senkung der Treibhausgase spielt der Gebäudebereich eine Schlüsselrolle. Durch Sanierung des vor 1979 errichteten Wohnbestandes mittels Wärmeschutz und Heizungsumstellung bis 2020 könnten allein in Privathaushalten jährlich mindestens 1 Tonne CO2-Emissionen eingespart werden. Ein Einsparpotenzial von 10 % soll zwischen 2005 und 2020 ausgeschöpft werden. Die Modernisierung öffentlicher Gebäude hat Vorbildfunktion. Hier ist ein über die Energiesparverordnung 2009 hinausgehender Berliner Energiestandard für öffentliche Gebäude denkbar. Außerdem sollte das energiesparende Verhalten der Verbraucherinnen und Verbraucher durch Beratung und neuartige Informationstechniken (smart grids und smart metering-Verfahren) unterstützt werden.

4. CO2-Ausstoß im Verkehr senken

Die Treibhausgas-Emissionen des Flugverkehrs sind von 1990 bis 2005 auf das 2,4-fache angestiegen. Das Land Berlin plant die Förderung eines klimafreundlichen nachhaltigen Tourismus, Klimaschutzabgaben für Geschäftsreisen und eine Bund-Länder-Initiative zur Einführung der Kerosin- und Mehrwertsteuer im Flugverkehr.

Der Straßenverkehr hat den größten Anteil an den verkehrsbedingten Klimagasemissionen. Eine Entlastung der Berliner Klimabilanz entsteht durch die Reduktion des Autoverkehrs.und den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs durch Bus und Bahn. Auch an ihn stellt der Nahverkehrsplan Berlin klimapolitische Anforderungen. Das neue Biokraftstoffquotengesetz führt durch den Einsatz regenerativer Kraftstoffe im Jahr 2020 zu einer Reduktion der spezifischen Treibhausgase um 7 % gegenüber dem Einsatz von fossilen Energieträgern. Orientiert an den Zielen der Energiepolitik wird der Stadtentwicklungsplan Verkehr mit dem Horizont 2025 fortgeschrieben.

5. Zusammenarbeit organisieren: NetzwerkE

In der Berliner Initiative NetzwerkE arbeiten derzeit 13 Berliner Unternehmen zusammen, um gemeinsam innovative Projekte zur Energieeffizienz und zum Einsatz erneuerbarer Energien im städtischen Umfeld voranzubringen. Wissenschaftlicher Partner ist das Innovationszentrum Energie (IZE) der Technischen Universität Berlin. Die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen engagiert sich in diesem Netzwerk, um die Attraktivität Berlins als Standort für nachhaltige Energiekonzepte weiter zu steigern. Die Netzwerkpartner arbeiten u. a. an Projekten zur Nutzung von Abwasserwärme, zum Einsatz von Mini-Windkraftanlagen und der Kombination von Geo- und Solarthermie in Berlin.

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