Workshop zu C02 - Bilanzierung in Berliner Unternehmen
Die öffentliche Diskussion über den Klimawandel und die klimarelevanten Auswirkungen der hohen CO2-Konzentration in der Atmosphäre haben dazu geführt, dass die Menge CO2, die ein Unternehmen verursacht, zu einem wichtigen Beurteilungskriterium für das Image eines Unternehmens geworden ist.
Am 15.Juni 2009 fand auf Initiative des Berliner NetzwerkE ein Workshop zum Thema CO2-Bilanzierung in Berliner Unternehmen statt. Durchgeführt wurde die Veranstaltung vom Innovationszentrum Energie der Technischen Universität Berlin. Die Teilnehmer tauschten sich über die derzeitigen Berechnungswege in ihren Unternehmen aus. Bei der Aufstellung von CO2-Bilanzen fühlen sich die Unternehmen ziemlich alleine gelassen. Erforderlich sind einheitliche Berechnungsgrundlagen sowie Standards für die Erstellung dieser Bilanzen.
Die Energiebeauftragten der Berliner Unternehmen, die am Workshop teilnahmen, äußerten ihre Probleme im Rahmen der Diskussion: „Es gibt unterschiedlichste Berechnungswege, die mit mehr und weniger Aufwand verbunden sind, um zu sinnvollen Ergebnissen zu kommen. Es bleibt uns nichts anderes übrig, als anzuwendende Berechnungsstandards über das Internet zu suchen. In Berlin wird kein Standard vorgegeben.“
Insbesondere im Zusammenhang mit den klimapolitischen Vorgaben des Berliner Senats rückt die CO2-Bilanzierung immer stärker in den Mittelpunkt des politischen und öffentlichen Interesses. Daher werden nachvollziehbare, vergleichbare und transparente Bilanzen immer wichtiger. Die Berliner Unternehmen sehen Handlungsbedarf, um eine entsprechende Arbeitsgrundlage zu schaffen.
Roland Schlösser vom Amt für Statistik Berlin-Brandenburg zeigte den Teilnehmern des Workshops die Methodik bei der Erstellung der Energiebilanz für das Land Berlin auf. Zur Berechnung und Bilanzierung der energiebedingten CO2-Emissionen Berlins werden die Quellen (Primärenergie) und Verursacher (Sekundärenergie und Endenergie) betrachtet. Da Berlin über keine eigenen Rohstoffe zur Deckung des Energiebedarfs verfügt, wird der Primärenergiebedarf aus dem Handel mit Energieträgern über die Landesgrenzen ermittelt. In der Umwandlungsbilanz werden die Prozesse zur Strom- und Wärmeproduktion in Berliner Kraftwerken berücksichtigt. Schließlich fließt auch die in Berlin verbrauchte Menge Endenergie in die CO2-Bilanzierung ein.
Im Anschluss verdeutlichte Professor Matthias Finkenbeiner von der TU Berlin, welche Faktoren bei der Erstellung von CO2-Bilanzen berücksichtigt werden können. Dabei ist zu entscheiden, ob für die Berechnung beispielsweise Werte herangezogen werden, die am Werkstor enden, oder möglicherweise die gesamte Versorgungskette berücksichtigt wird. Er machte deutlich, dass eine transparente Bilanzierung die Grundlage für Akzeptanz und Glaubwürdigkeit in der Öffentlichkeit darstellt. Finkbeiner ist in zahlreichen internationalen Komitees vertreten, die sich mit den Normen und der Standardisierung bei Ökobilanzen beschäftigen
Bei den teilnehmenden Berliner Unternehmen handelte es sich um Mitglieder des Berliner KlimaBündnis und des Berliner NetzwerkE. Die Unternehmen möchten sich auch in Zukunft zu diesem Thema weiter austauschen.